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Geschichte der Tertiarschwestern in Bolivien

Nach dem ersten Weltkrieg kam Südtirol zu Italien. Damals wurden aus politischen Gründen unsere Lehrschwestern aus dem Schuldienst entlassen. Als dann ein Missionar im Mutterhaus in Kaltern um Unterstützung für die Mission in Bolivien bat, meldeten sich zwei mutige Schwestern, Sr. Ehrentrudis Graßmayr und Sr. Kassiana Hafner. 1924 begann die Reise.

Die Pionierinnen

Nach einer beschwerlichen Schiffs- und Bahnreise überquerten sie mit Eseln die Anden und landeten schließlich in Guarayos, im subtropischen Tiefland Boliviens, wo bereits Franziskanermissionare wirkten.
1927 folgten die nächsten drei Schwestern:
Sr. Ignatia Bozetta, Sr. Rosalia Federbucher und Sr. Carmela Sam.
Die Situation dieser Pionierinnen war hart. Sr. Ignatia starb und die anderen kamen nach sieben Jahren schwer krank in die Heimat zurück.

Die ersten Schwestern Tertiarschwestern Hall in Tirol

Sr. Ignatia Bozetta
Sr. Rolalia Federbucher
Sr. Carmela Sam

Pioniere Tertiarschwestern Hall in Tirol

1933 wagten Schw. Laurenzia Notdurfter und Schw. Josefine Lergetbohrer den Schritt in die Mission.

Pioniere Tertiarschwestern Hall in Tirol

Sr. Laurenzia blieb bis zu ihrem Tode im hohen Alter in Bolivien ohne einmal auf Heimaturlaub zu gehen.

Obst Tertiarschwestern Hall in Tirol

1938 folgten Schw.Bertholda Götz und Schw. Raphaela Pontatsch. Beide waren von Anfang an als Lehrerinnen tätig und wurden vom Staat angestellt.
Auf dem Bild sieht man die beiden Missionarinnen mit der damaligen Provinzoberin Sr. Alfonsa Budamaier.

Dann kam der 2. Weltkrieg. In dieser Zeit war nur mehr über das
Rote Kreuz hie und da ein Kontakt mit der Heimat möglich, aber die Schwestern hielten durch.

Pioniere Tertiarschwestern Hall in Tirol

Nach dem Krieg

Nach dem Krieg, im Jahre 1948 war Sr. Dorothea Kauf die erste Schwester, die nach Bolivien reiste. Sie wirkte als Lehrerin in Ascensión. Weitere Schwestern folgten 1957. Nun kam neuer Schwung in die Missionsarbeit. Viele private Spender in der Heimat und soziale Einrichtungen wie Caritas und Bruder und Schwester in Not halfen mit finanziellen Mitteln. So konnten Kindergärten, Schulen und Krankenhäuser aufgebaut und die Infrastruktur verbessert werden.

Die ersten Schwestern Tertiarschwestern Hall in Tirol

Erziehung

Von Anfang an waren die Schwestern vor allem in der Erziehung und dem Unterricht von Kindern und Jugendlichen eingesetzt.

Unterricht Tertiarschwestern Hall in Tirol

Krankenpflege

1965 kam Sr. Laetitia Pallhuber nach Ascensión. Sie fing im Pfarrhaus mit einer kleinen Sanitätsstation an und baute mit Hilfe aus der Heimat ein Krankenhaus auf, aus dem sich eine weiträumige Klinikanlage mit Spezialabteilungen für Lungenkranke und eine Kinderabteilung entwickelte. Inzwischen ist das Krankenhaus an die Gemeinde übergeben worden.
Bild: Sr. Laetitia und Sr. Verena im Operationssaal.

Operationssaal Tertiarschwestern Hall in Tirol

Sr. Laetitia in der Apotheke.

Apotheke Tertiarschwestern Hall in Tirol

Viele Kinder verdanken den Schwestern ihr Leben.

Krankenpflege Bolivien Tertiarschwestern Hall in Tirol

Die ersten bolivianischen Schwestern

Jetzt erst konnte man daran denken, auch bolivianische Mädchen in die Gemeinschaft aufzunehmen.
Die erste Novizin war Sr. Aurora Peinado.

Heute wirken 22 Schwestern in Bolivien, davon sind nur noch 8 aus Europa. Bolivianische Schwestern haben inzwischen schon die Leitung der Region und die Direktionen unserer Schulen übernommen.

Noviziat Tertiarschwestern Hall in Tirol

Am 22.11.2014 feierten die Schwestern und Brüder
90 Jahre Bolivienmission

Bolivien Tertiarschwestern Hall in Tirol

Historisches Treffen in Bolivien

Vom 5. bis 10. Juli 2015 fand in Santa Cruz ein historisches Treffen statt, das Schwestern aus vier Kontinenten und vier Kongregationen zusammenbrachte. Zum ersten Mal trafen sich die Schwestern, die in der Leitung der Tertiarschwestern tätig sind, auf südamerikanischem Boden, um gemeinsam die Themenbereiche „Verantwortlichkeit, Rechenschaftspflicht, Gerechtigkeit, Friede und Bewahrung der Schöpfung - Leiten mit prophetischer Hoffnung“ auszuloten.
Die beiden Moderatorinnen Marlene Weisenbeck FSPA und Marcia Lunz OSF führten kompetent durch diese Tagung.
P. Francisco O’Conaire arbeitete mit den Schwestern die Enzyklika „Laudato Sì“ von Papst Franziskus durch und widmete einen Tag den bolivianischen Schwestern für JPIC.

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