Ein Plus in Kirche und Welt sein
Predigt von P. Peter Rinderer SDB bei der Vesper am Tag des geweihten Lebens in der Stiftskirche Wilten.
Liebe Schwestern und Brüder in Christus!
Ich bin seit knapp einem halben Jahr in Fulpmes. Ich leite dort das Schülerheim Don Bosco mit 165 Jugendlichen und unterrichte an der HTL Fulpmes. Ich möchte zwei Eindrücke aus meinem Alltag erzählen:
(1) An einem Abend bin ich mit einem engagierten, 18-jährigen Schüler in der Heimbar gesessen. Er ist in der Schülervertretung und auch Teil des sehr aktiven Heimbar- Teams. Es war ein super Gespräch und wir haben über Gott und die Welt geredet. Ein Ausspruch von ihm ist mir in Erinnerung geblieben: „Die Gesellschaft lebt von Menschen, die mehr tun als sie müssen". Und er ist einer von diesen Menschen! Die Gesellschaft wird von Menschen getragen, die ein Plus für die anderen sind: Sie bringen ihre Talente ein, schauen nicht jede Minute auf die Uhr, geben mehr als sie empfangen. Für ein gutes Miteinander brauchen wir viele Menschen, die so ein Plus für andere sind.
(2) Etwas Zweites: Vor einigen Jahren war es dem HTL-Direktor bei Umbauarbeiten ein Anliegen, modernere Kreuze in den Klassenräumen anzubringen. Es gab dann mehrere Entwürfe bis zur fertigen Entwicklung. Eines dieser Kreuze habe ich nun mitgebracht. Aus einer gewissen Entfernung schaut dieses Kreuz auch wie ein Plus aus. Zwei Eindrücke aus meinem Alltag, in beiden geht es um ein Plus, um ein Mehr.
(3) Wir feiern heute den Tag des gottgeweihten Lebens und Ordensleute aus der ganzen Diözese sind zusammengekommen. Einige leben seit über 50 Jahren ein gottgeweihtes Leben, andere – wie ich – 10 Jahre, andere sind hellhörig für den Ruf Gottes für ihr Leben.
Eine Frage, die wir uns immer wieder neu stellen sollen, ist: Was war bzw. ist meine Faszination für meinen Weg mit Gott? Was war bzw. ist meine Motivation für das Ordensleben? Welchen Ruf Gottes habe ich wahrgenommen?
Ich denke, eine Motivation von uns allen war, so ein Plus, ein Mehr, einzubringen – in Kirche und Gesellschaft: In der Sorge um alte, kranke und junge Menschen, in der Seelsorge, in der Bildung, im stellvertretenden Gebet für andere. „Unsere Gesellschaft lebt von Menschen, die mehr tun als sie müssen",hat einer meiner Schüler gesagt. Ich denke, dass ist unser aller Antrieb und Inspiration.