Franziskanerinnen Tertiarschwestern Hall in Tirol

Das Jesuskind in den Dornen

Kann man heuer überhaupt Weihnachten feiern?

Bei unserer Weihnachtsfeier wollten wir diese Frage ins Bild bringen:

Maria und Joseph gehen langsam vor, als Maria das Kind in die Dornen legen will, beginnt der erste Sprecher:

Leg dein Kind nicht in die Dornen. Dieses Kind gehört nicht in diese Welt. Siehst du nicht, hier herrscht Krieg in vielen Ländern. Die Menschen bringen sich gegenseitig um, weil sie sich hassen.
Das ist kein Platz für ein Kind. Die Menschen sind voller Angst und Hass. Sie bekämpfen sich, weil sie nicht miteinander teilen wollen. Leg das Kind nicht in diese Welt voller Dornen!

Doch, Maria, leg das Kind nur hinein. Die Welt braucht dieses Kind des Friedens. Kinder hassen nicht, Kinderaugen sind Augen des Friedens. Wer soll denn sonst mit dem Frieden anfangen?
Dieses Kind ist selbst der Friede. Es kann in diese heillose Welt Frieden bringen. Maria, leg das Kind ruhig in diese Welt. Wir brauchen es.

Nein, Maria, leg das Kind nicht in die Dornen! Dieses Kind gehört nicht in diese Welt. Die Menschen haben doch keine Zukunft mehr! Sie zerstören alles, sogar ihre eigenen Lebensgrundlagen. Sie zerstören die Umwelt und damit ihre Zukunft! Das ist kein Platz für ein Kind. Ein Kind braucht eine Perspektive. Was aber soll denn schon aus dieser Welt werden? Es wird immer schlimmer. Naturkatastrophen, Umweltzerstörung, Terrorismus, Arbeitslosigkeit, Elend, Kriminalität! Für diese Welt gibt es keine Hoffnung mehr. Leg das Kind nicht in diese Welt voller Dornen!

Doch, Maria, leg das Kind nur hinein. Die Menschen brauchen es. Dieses Kind schenkt Hoffnung auf eine gute Zukunft, es wird den Menschen vom Reich Gottes erzählen, in dem alle Menschen willkommen sind und eine gute Zukunft haben.
Leg das Kind ruhig in diese Welt. Wir brauchen es.

Franziskanerinnen Tertiarschwestern Hall in Tirol

Nein, Maria, tu es nicht, für diese Welt gibt es keine Hoffnung und keine Zukunft.

Doch, Maria, leg es hinein, dieses Kind ist die Hoffnung auf eine gute Zukunft für die Menschen.

Nein, Maria, tu es nicht, dieser Welt sind die Menschen egoistisch und gleichgültig, darum ist es so kalt.

Doch, Maria, leg es hinein, dieses Kind ist die Liebe, die sich an alle verschenkt.

Nein, Maria, tu es nicht, in dieser Welt gibt es keinen Gott. Sie ist gottverlassen.

Doch Maria, leg dieses Kind ruhig in die Welt. Dieses Kind ist das Licht, die Hoffnung und die Zukunft der Menschen. Es ist wirklich Mensch und wirklich Gott. Die Welt braucht dieses Kind, damit es auch heuer Weihnachten wird. Dieses Kind wird uns die Liebe Gottes offenbaren, die unendliche Güte, die Gott in dieser Welt erstrahlen lässt. Es gibt keinen Hass, keinen Krieg, keine Ungerechtigkeit und Gleichgültigkeit, und keine Pandemie, die dieses Licht auslöschen kann.

Maria legt das Kind in die Dornen.

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