Sr. Ludwiga wird 80

Sr. Ludwiga lebt seit mehr als 10 Jahren in unserem Klaraheim. Zu ihrem Ehrentag besuchte sie die Schwestern im Refektorium.

Es war im kalten Februar, an einem Sonntag,
da wartet auf die Thresl eine große Plag,
Bald soll das Kindl geboren werden,
es melden sich schon die ersten Beschwerden,
doch der Hof ist weit oben, abgelegen so weit,
drum geht's im Leiterwagen nach Unterlesach und das war g'scheit.
Neugierig wie sie war, kommt zuerst die Sephi ans Licht,
und die Hebamme merkt, allein ist das Madl nicht.
Drum bringt man Mutter und Kind gleich ins Krankenhaus,
doch unterwegs kommt noch die kleine Moidi raus.
Angekommen in Lienz, sieht man noch die Lisl sich regen,
die Mama hat wohl denkt: „Wann hört auf der Segen!"
Aber dann ist bald klar, es bleibt dabei,
aller guten Dinge sind drei.
Für die Familie hoch oben am Berg war das einfach zu viel,
sie müssen entscheiden, auch wenn keiner das will,
die Moidi und die Sephi gehen zum Thaurer Wirt nach Kals,
und dös wissen wir ja alle, Kals über Alls.
Die Sephi war recht aufgeweckt, auch das Reden sie gern mag,
drum sagen a die Leit: Bei der Sephi geht das Maul den ganzen Tag.
Das Mundwerk hat also glei amol gut funktioniert,
nur beim Wettrennen bliebt sie hinten, was sie oft frustriert.
Aber in am Gasthaus und auf am Bauernhof kommt es nit aufs Reden an,
da hilft gar a jeder mit, soviel er nur kann.
Die Sephi geht bald hüten und ist auch gerne im Stall,
doch das Servieren in der Gaststub'n, das ist nicht ihr Fall.

 

 

Franziskanerinnen Tertiarschwestern Hall in Tirol

Sr. Gertrud beim Vortragen des Gedichtes.

Ihr Fall war aber dann der Klostereintritt,
das war in dem jungen Leben ein mutiger Schritt.
In den Spuren von Jesus, wollte sie gehen,
dass er sie begleitet, konnte sie täglich sehen.
Im Kloster kam sie rum, wie das falsche Geld,
konnte gut nähen und half im Haus und auf dem Feld.
Ein Schlaganfall stoppte sie in ihrem Tun.
Sie kam dann nach Virgen um sich auszuruh'n.
Dort feierte sie dann, auch ihr großes Fest,
50 Jahre Profess, das sie froh danken lässt.
Bald danach kam der 2. Schlaganfall, der war viel schlimmer.
Nun war es ihr Wunsch, ich möchte im Klaraheim ein Zimmer.
Da hat sie sich sichtlich ganz richtig entschieden,
denn dort fühlt sie sich wohl und ist sehr zufrieden.
Doch ihre gesunde und wache Neugierde
Ist noch immer für sie eine Zierde.
Stets hat sie ihren Fernseher bereit,
und darum weiß sie über alles Bescheid.
Wer geht durch die Kirche? Was sagt die Oberin heut an?
Wir im Refektorium gratuliert, hört sie an den Gesang.
Nur eines konnte ihr wirklich Kummer bereiten,
die verbotenen Besuche in den Coronazeiten.
Das Schlimmste ist vorbei und kommt hoffentlich nicht wieder,
aber so ist das Leben, es geht mal auf und mal nieder.
Zum 80er wollen wir jetzt herzlich gratulieren,
tu dein Interesse und auch den Humor nicht verlieren,
bleib gesund und zufrieden alle Tage,
hab Vertrauen im Herzen in jeder Lebenslage.
Gott schenke dir Kraft und Freude und Licht,
er liebt dich unendlich, vergiss das nicht.
Und um unsere Liebe zum Ausdruck zu bringen,
werden wir dir jetzt ein Segenslied singen.

Franziskanerinnen Tertiarschwestern Hall in Tirol

Sr. Andrea Maria zückt ihre Gitarre und dann wird gesungen.

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