Es war im kalten Februar, an einem Sonntag,
da wartet auf die Thresl eine große Plag,
Bald soll das Kindl geboren werden,
es melden sich schon die ersten Beschwerden,
doch der Hof ist weit oben, abgelegen so weit,
drum geht's im Leiterwagen nach Unterlesach und das war g'scheit.
Neugierig wie sie war, kommt zuerst die Sephi ans Licht,
und die Hebamme merkt, allein ist das Madl nicht.
Drum bringt man Mutter und Kind gleich ins Krankenhaus,
doch unterwegs kommt noch die kleine Moidi raus.
Angekommen in Lienz, sieht man noch die Lisl sich regen,
die Mama hat wohl denkt: „Wann hört auf der Segen!"
Aber dann ist bald klar, es bleibt dabei,
aller guten Dinge sind drei.
Für die Familie hoch oben am Berg war das einfach zu viel,
sie müssen entscheiden, auch wenn keiner das will,
die Moidi und die Sephi gehen zum Thaurer Wirt nach Kals,
und dös wissen wir ja alle, Kals über Alls.
Die Sephi war recht aufgeweckt, auch das Reden sie gern mag,
drum sagen a die Leit: Bei der Sephi geht das Maul den ganzen Tag.
Das Mundwerk hat also glei amol gut funktioniert,
nur beim Wettrennen bliebt sie hinten, was sie oft frustriert.
Aber in am Gasthaus und auf am Bauernhof kommt es nit aufs Reden an,
da hilft gar a jeder mit, soviel er nur kann.
Die Sephi geht bald hüten und ist auch gerne im Stall,
doch das Servieren in der Gaststub'n, das ist nicht ihr Fall.