Franziskanerinnen Tertiarschwestern Hall in Tirol

100 Jahre Tertiarschwestern in Bolivien

Sr. Gertrud und Sr. Notburga sind am 9. Oktober zur Feier des Jubiläums - 100 Jahre Tertiarschwestern in Bolivien  - nach Bolivien geflogen. Sie besuchten unsere drei Niederlassungen in Ascension de Guarayos, San Miguel in Chiquitos und Santa Cruz und konnten sich selbst davon überzeugen, wie wichtig die Arbeit der Schwestern ist. Die Situation der Menschen ist katastrophal.  Es ist viel zu trocken und überall gibt es Waldbrände. Wochenlang sahen die Menschen die Sonne kaum noch und mussten die rauchgeschwängerte Luft einatmen. In den letzten Jahren kamen viele Indigene aus dem Hochland herunter, weil dort schon seit Jahren der Regen immer mehr ausbleibt. Nun ist die Dürre auch im Tiefland angekommen. Lagunen sind ausgetrocknet und der Rio Grande ist nur noch ein kleines Rinnsal. Es ist zu erwarten, dass es durch den Klimawandel in den kommenden Jahren immer noch schlimmer wird. Und wie üblich trifft es die Ärmsten am härtesten. In Chiquitos sind viele Ernten verbrannt und die Menschen stehen vor dem Nichts. In den Außenbezirken von Ascension ist die Armut unbeschreiblich. Viele Familien haben kein Wasser. Die Schwestern verteilen Lebensmittelpakete und Wasser. Die Armut wird durch den ausbleibenden Regen verstärkt und staatliche Unterstützung ist keine zu sehen. Für viele Familien ist die Hilfe der Schwestern überlebenswichtig. Wir haben Sr. Yanira in die Außenbezirke begleitet und waren erschüttert unter welch armseligen Bedingungen die Menschen dort leben. Sr. Yanira ist Krankenschwester, sie bringt das Überlebensnotwendige und wenn nötig auch Medikamente. Die Mütter lädt sie zum Besuch im Ernährungszentrum ein, wo sie begleitet werden und für die Kinder eiweißreiche Nahrung bekommen, die sie für eine gesunde Entwicklung brauchen. In San Miguel haben wir mit Sr. Leon Marie, einer Schwester aus unseren Provinz Kamerun, die seit 6 Jahren in Bolivien arbeitet, bedürftige Familien besucht. Auch hier haben wir unvorstellbare Armut gesehen.

Aber Gott sei Dank gibt es auch viel Gutes zu berichten. Die Infrastruktur hat sich verbessert und es gibt über lange Strecken gute Straßen und alles ist im gesamten sauberer geworden. 

Ein großes Hoffnungszeichen sind die großen Schulzentren der Schwestern. Hier erhalten insgesamt an die 5.000 Kinder eine gute Ausbildung, die für viele den Weg aus der Armut bedeutet. Fast alle LehrerInnen an den Schulen sind dort einmal selbst in die Schule gegangen, andere wurden Anwälte oder Ärzte oder Künstler ... So schaffen es immer mehr, aus der Armut auszubrechen und dann auch ihren Kindern wieder eine gute Zukunft zu ermöglichen.

Das Fest selbst war wunderbar. Es gab einen feierlichen Gottesdienst mit Bischof Reimann, gestaltet von den Schwestern, den LehrerInnen und vielen Schülern. In den anschließenden Reden wurde den Schwestern oft und oft die Anerkennung ausgesprochen. Die Menschen dort wissen, was sie den Schwestern zu verdanken haben.



 

 

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