Franziskanerinnen Tertiarschwestern Hall in Tirol

Sr. M. Martina wird 80

Wir feiern gemeinsam mit ihrer Familie.

Liebe Sr. Maria Martina!

Wie schnell, wie schnell vergeht doch die Zeit, aus kleine Babys werden erwachsene Leit.

80 Jahr ist dein erster Geburtstag schon her, 1945 – die Zeiten waren damals schwer.

In Assling mit drei Geschwister bist du aufgewachsen, warst ein aufgewecktes Kind mit langen Haxen.

Die Asslinger Kirch‘ und auch das Kirchenjahr, dir bald wie eine zweite Heimat war.

denn deine Eltern waren dort die Mesners Leut, die hob‘n die Kirch ganz vorbildlich betreut.

Nach der Schule kochtest du beim Unterweger Marmelade, als du gingst, sagten alle: Oh, ist das schade!

Deine nächste Station war das Kloster in Hall, dort lerntest du kochen, doch das war nicht dein Fall.

Zwar hast du dabei durchaus Talent gezeigt, doch als Köchin zu wirken, warst du nicht geneigt.

Deine Berufung hast du ganz woanders geseh’n, wolltest nach dem Noviziat gleich ins Elisabethinum geh’n.

Dort lerntest du dann ganz geschwind, wie kommt denn a Jungfrau zum Kind?

Und nicht nur zu einem, es wartete eine ganze Schar, aber dir konnten es nicht genug sein, das ist wahr.

Doch merktest du bald, das ist kein Zuckerschlecken: In aller Früh heißt es, die Kinder zu wecken,

sie aus den Betten holen, waschen und die Zähne putzen, hübsch anziehen, eine coole Frisur ist auch von Nutzen.

Dann sitzen sie am Tisch und perfekt ist das Glück, gibt es Semmel und ein weiches Ei zum Frühstück.

Wenn die Kinder dann endlich in der Schule sind, muss die Wohnung aufgeräumt werden und das geschwind.

Denn bald ist Pause, da muss man in die Klasse eilen, alle aufs Clo setzen, dann die Jause verteilen.

Danach ist zum Beten und Essen etwas Zeit. Wenn die Kinder aus der Schule kommen, ist alles bereit,

der Saft eingeschenkt und gedeckt schön der Tisch, damit das Mittagessen auch wirklich gemütlich isch.

Dann folgt das Nachmittagsprogramm und das ist gelinde gesagt, ziemlich stramm:

Zum Mittagsschlaf werden die einen ins Bett gebracht, mit den Großen wird die Hausaufgabe gemacht,

Und dann jeden Tag die Frage: Wer hat heute Therapie? Reiten oder Schwimmen? - darauf vergessen wir nie.

die Kleinen wollen mit dem Radl fahren, da kannst du dir die Zigarettenpause sparen.

Eine Hose ist nass, während einige schon auf die Jause warten, danach können wir endlich zum Spaziergang starten.

Oh, mein Rolli ist kaputt, in die Werkstatt er muss und die Tagesheimkinder begleiten wir zum Bus.

Dann kommt der Abend, essen und Zeit ins Bett zu gehen, ausziehen, Zähneputzen und vielleicht noch ein bisschen ferngesehen.

Schließlich wird es endlich ruhig und still. Ein kluges Mädchen einmal von der Schwester wissen will:

Wenn wir im Bett sind, hören wir täglich die Kühlschranktür, bist etwa du verantwortlich dafür?

Tja - meintest du da – dreimal darfst du raten, gibt es Osttiroler Speck oder Rinderbraten.

Aber du hast bei weitem nicht jede Nacht, wie sich‘s g‘hört, in deinem Bett zugebracht.

War eines der Kinder krank oder frisch operiert, hat es dich gebraucht und du hast dich nicht lange geziert.

Trotzdem hieß es dann früh am nächsten Morgen, schnell aufstehen, es gibt viele Kinder zu versorgen.

So war die ganze Woche ständig etwas los, aber deine Freude bei diesem Dienst war groß.

Auch bei deinen Mitarbeiterinnen kam es manchmal vor, dass sie sich sorgten, für sie hattest du stets ein offenes Ohr.

Nicht alle Kinder konnten regelmäßig nach Hause fahren, weil bei manchen daheim keine Eltern waren.

Kathi, Marianne und Elke und noch einige mehr, auch dein Martinchen, sie alle liebtest du sehr.

Am Wochenende und in den Ferien machtest du es ihnen fein, so konntest du für sie auch eine Mutter sein.

Immer wieder sahst du auch eines der Kinder sterben, alle hinterließen in deiner Seele ihre Kerben.

Einmal sogar drei in einem Jahr, was wirklich kaum zu verkraften war.

So galts auch immer wieder im Gebet verweilen, nur so können solche Wunden heilen.

Inzwischen hast du im Himmel eine ganze Schar, die werden auf dich schauen, das ist doch klar.

Auch die Zeit im Elisabethinum ging vorbei und du warst für neue Aufgaben frei.

Du hast dich wieder deiner Wurzeln besonnen, denn man hat dich für den Sakristeidienst gewonnen.

Da galt es auch zunächst, wieder Talente zu wecken und du fandest bald Interesse am Blumen stecken.

Viel Arbeit ist in der Sakristei, aber sie machte dir stets Freude und so ist das auch noch bis heute.

Zudem hast du ein Taxiunternehmen geführt, flott und sicher hast du die Schwestern schoffiert.

Nun mit 80 darfst du es endlich etwas ruhiger angehen, schön langsam ein bisschen Spazierengehen.

Natürlich ist die Zeit deines Einsatzes schön gewesen, aber jetzt hast du mal genügend Zeit, um in Ruhe die Zeitung zu lesen.

Zu deinem runden Geburtstag, sagen wir dir DANKE, DANKE sehr, und wünschen dir Segen und Kraft und noch viele Jahre mehr.

Gott möge dich schützen und führen und begleiten, es sollen kommen für dich, nun ganz wohlige Zeiten.

Nun werde ich nicht noch mehr Worte verlieren, denn heute kommen sicher noch viele, um zu gratulieren.

 

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