Geboren bist du 1935 hoch droben im Zillertal,
dort ist es schön, das weiß man allemal.
Du hast eifrig und fleißig die Schulbank gedrückt,
und Lehrer und Eltern mit deinem Zeugnis beglückt.
1954 bist du schließlich nach Hall gekommen
und hast voll Freude bei uns den Schleier genommen.
Der Schöpfer hat dir viele Talente mitgegeben,
mit denen hast du gewuchert dein ganzes Leben.
Sehr geschickt warst du für jede Art von Handarbeit,
diese Kunst auch die Kinder zu lehren, warst du gerne bereit.
Du hast voll Einsatz unterrichtet und das viele Jahr,
ein Beruf, der dir wie auf den Leib geschneidert war.
Bei der Handarbeit ist es aber nicht geblieben,
auch missionarischer Eifer hat dich angetrieben.
Der Religionsunterricht war deine Leidenschaft,
denn der Glaube an Jesus gibt auch den Kindern viel Kraft.
Von Hall über Reith und Innsbruck bist du nach Götzens gekommen,
hast dir die Bekehrung des Mittelgebirges fest vorgenommen.
Dort hast du jahrzehntelang an der Schule gelehrt,
die Kinder haben dich geliebt und verehrt.
In der Diözese beklagte man den Glaubens- und Priesterschwund:
„Es wird zu wenig gebetet, das ist wohl der Grund.“
Eine Gebetswoche zu gestalten, war schließlich die Überlegung
und dabei zog Kaplan Singer euer Kloster in Erwägung.
Als er bei dir angeklopft und nachgefragt,
sagtest du zu, mutig und ganz unverzagt.
Ihr Schwestern habt ihr es tatsächlich zustande gebracht,
eine ganze Woche wurde gebetet, Tag und Nacht.
Zwar kamen jedes Mal viele Beterinnen ins Haus,
doch dazwischen halfen immer wieder die Schwestern aus.
Für die Gäste war immer ein Bett und Essen bereit,
wer zur Messe kam, für den gabs Frühstück zur rechten Zeit.
Um das alles viermal im Jahr zu organisieren,
muss man zupacken und darf sich nicht zieren.
Diese Gebetswochen bestehen noch bis heute,
sie bringen Segen für Land und Leute.
1989 kam für dich unerwartet der Ernstfall,
als gewählte Provinzvikarin kamst du nach Hall.
Du musstest dich auf neue Aufgaben einstellen,
offen und lernbegierig zu sein, heißt es in solchen Fällen.
Du machtest dich mit dem Computer vertraut,
hast dabei auf die Expertise von Stefan vertraut,
du lerntest Kassabuch führen und auch das Buchen,
gab es einen Fehlbetrag, so musstest du suchen.
Schlussendlich hat die Arbeit dich begeistert
denn du hast auch diesen Job gut gemeistert.
Doch nur die Arbeit im Büro hat dich nicht erfüllt,
im Garten zu werkeln, warst du gerne gewillt;
unter deinen Händen alles prächtig gedieh,
die Rosen blühten so üppig wie nie.
Die BewohnerInnen genießen diesen bunten Garten,
mit Komplimenten und Dank sie niemals sparten.
Deine Spuren hinterließest du überall im Haus,
denn beim Dekorieren kanntest du dich schon immer gut aus.
Du machst sicht- und greifbar das Kirchenjahr,
auch im Klaraheim schmücktest du viele Jahre ganz wunderbar.
Doch wir haben noch mehr von deinen Berufen entdeckt,
als Missionsprokuratorin wurde deine Liebe zu Bolivien geweckt.
Du hast das Land einmal sechs Wochen bereist,
was bei diesen Temperaturen schon etwas heißt,
manchmal unterwegs sogar hoch zu Ross,
du begegnetest den Menschen und ihr oft hartes Los.
Zurück in Hall kämpftest du oft mit der Kommunikation,
die war damals recht schwierig, nichts weiß man heute davon:
mangels Internet hat man weder E-Mail noch WhatsApp geschrieben.
Telefonieren war teuer und Briefe sind oft auf der Strecke geblieben,
Aber du hast fleißig die Spender betreut und Anträge geschrieben,
für die so wichtigen Projekte hast du das Geld aufgetrieben.
Ein paar Aufgaben bist du nun inzwischen los,
aber noch lang nicht legst du die Hände in den Schoß.
Dem Garten gehört noch immer deine Liebe,
du pflegst alles liebevoll, selbst die kleinsten Triebe,
der Bruder Esel muss mittun, das wär doch gelacht.
Alle die dort spazieren, freuen sich an der bunten Pracht.
Beim Handarbeiten und Nähen bist du unschlagbar,
kreativ und findig, das Ergebnis ist stets wunderbar.
Auch wenn es gilt, Habite für die Schwestern zu nähen,
machst du dich ans Werk, lässt alles liegen und stehen.
Zustehen täte sie dir schon längst die Pension,
aber dir das zu wünschen, wäre wohl blanker Hohn.
So wünschen wir dir weiterhin viel Schwung,
bleib in Geist, Seele und Leib weiterhin jung,
sei gesegnet in allem was du tust und bist,
Freude und Kraft schenke dir unser Herr Jesus Christ.