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Exerzitien mit P. Johannes Schneider

"Dies ist eine Erinnerung, Ermahnung, Aufmunterung und mein Testament"
Hl. Franziskus, Testament 34

 

Franziskus von Assisi

Aus seinem Testament (V.1-23)

Umkehr

So hat der Herr mir, dem Bruder Franziskus, gegeben, das Leben der Buße zu beginnen: denn als ich in Sünden war, kam es mir sehr bitter vor, Aussätzige zu sehen.

Erbarmen

Und der Herr selbst hat mich unter sie geführt, und ich habe ihnen Barmherzigkeit erwiesen. Und da ich fortging von ihnen, wurde mir das was, was mir bitter vorkam, in Süßigkeit der Seele und des Leibes verwandelt. Und danach hielt ich eine Weile inne und verließ die Welt.

Glauben

Und der Herr gab mir in den Kirchen einen solchen Glauben, dass ich in Einfalt so betete und sprach: "Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, hier und in allen deinen Kirchen auf der ganzen Welt, und wir preisen dich, weil du durch dein heiliges Kreuz die Welt erlöst hast."

Priestertum

Danach gab und gibt mir der Herr einen so großen Glauben zu den Priestern, die nach der Form der heiligen Römischen Kirche leben, auf Grund ihrer Weihe, dass ich, wenn sie mich verfolgen würden, bei ihnen Zuflucht suchen will. Und wenn ich so große Weisheit hätte, wie Alomon sie gehabt hat, und fände armselige Priester in der Welt- in den Pfarreien, wo sie weilen, will ich nicht gegen ihren Willen predigen. Und ich will in Ihnen die Sünde nicht beachten, weil ich den Sohn Gottes in ihnen unterscheide und sie meine Herren sind.

Eucharistie

Und deswegen tue ich das, weil ich leiblich von ihm, dem höchsten Sohn Gottes, in dieser Welt nichts sehe als seinen heiligsten Leib und sein heiligstes Blut, das sie selbst empfangen und sie allein den anderen darreichen. Und ich will vor allem, dass diese heiligsten Geheimnisse geachtet, verehrt und an kostbaren Stellen aufbewahrt werden.

Schrift

Seinen geschriebenen heiligsten Namen und Worte will ich, wo immer ich sie an unpassenden Stellen finden werde, auflesen und bitte, dass sie aufgelesen und an einen ehrbaren Ort hinterlegt werden. Und alle Theologen und die Gottes heiligstes Wort mitteilen, müssen wir achten und ehren als solche, die uns Geist und Leben mitteilen.

Brüder

 Und nachdem mir der Herr Brüder gegeben hatte, zeigte mir niemand, was ich tun sollte.....

Evangelium

..sondern der Höchste selbst hat mir geoffenbart, dass ich nach der Form des heiligen Evangeliums leben sollte. Und ich habe es mit wenigen Worten und schlicht aufschreiben lassen, und der Herr Papst hat es mir bestätigt. Und jene, die kamen, Leben zu empfangen, gaben alles, was sie haben mochten, den Armen. Und sie waren zufrieden mit einer einzigen Kutte, innen und außen geflickt, samt Strick und Hosen. Und mehr wollten wir nicht haben.

Das Offizium sprachen wir Kleriker wie andere Kleriker, die Laien sprachen Vaterunser, und sehr gern verweilten wir in den Kirchen. Und wir waren ungebildet und allen untertan.

Arbeit

Und ich arbeitete mit meinen Händen und will arbeiten; und ich will nachdrücklich, dass alle anderen Brüder eine Handarbeit verrichten, die ehrbar ist. Die es nicht können, sollen es lernen, nicht aus Verlangen, Lohn für die Arbeit zu erhalten, sondern um ein Beispiel zu geben und den Müßiggang zu vertreiben. Und wenn uns einmal der Arbeitslohn nicht gegeben würde, so wollen wir zum Tisch des Herrn Zuflucht nehmen und um Almosen bitten von Tür zu Tür.

Friede

Als Gruß, so hat mir der Herr geoffenbart, sollen wir sagen: "Der Herr gebe dir Frieden!"

 

Text aus Franziskus Quellen, hrsg. von Dieter Berg/ Leonhard Lehmann

 

 

 

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